Bin ich im Kino oder was?
Oder bin ich Kampf?
- Ulrike Meinhof in Stammheim
Der Film Stammheim gehört durchaus zu einem meiner Lieblingsfilme. Schade nur, dass die Meisten der vor allem jüngeren
Generation nichts mehr mit den bekannten Namen anfangen können. Dabei sind die Filme dazu mit die spannendsten und emotionalsten, die ich in der letzten Zeit gesehen habe. Stammheim zeigt, wie die Justitz an sich selber gescheitert ist. Es ist amüsant zu sehen, wie dem Richter immer mehr alles aus der Hand gleitet, weil er zu emotional an den Fall herangegangen ist und daraus einen politischen Fall gemacht hat. Nach einem Wechsel ist die Verhandlung schnell beendet, doch in der Zwischenzeit hat es durchaus eine Form von
Komik Schockierung, die Angeklagten die immer wieder raus- und reingeschickt werden oder einfach selber herausgehen oder den Richter beleidigen. Das Wort Komik habe ich bewusst hingeschrieben und durchgestrichen, denn es könnte komisch sein, wäre der Fall kein realer und würde das Thema nicht so ernst sein, würden sich nicht zuerst Ulrike und dann Andreas, Gudrun und Jan das Leben nehmen, nachdem sie so vielen Menschen Leid und Schaden zugefügt hatten. Mir hat das Thema im Unterricht immer wieder gefehlt, denn es ist spannend die politischen Hintergründe und die Eskalation zu betrachten die noch einmal in Stammheim zutage tritt. Die Hysterie der Beteiligten nach mehreren Jahren der Isolation, das Wahnsinnige dieser Idee, all das wird in dem Film glaubhaft und unbeschreiblich gut dargestellt, deshalb kann ich ihn immer wieder gucken und ihn immer noch gut finden. Außerdem finde ich diese abgehackten Sätze in Ulrikes Briefen, das abstrakte, fast Irre, unglaublich gut.
Uralte von Schminke erstickte wesenlose Wesen.
Wie ich das alles hasse.
- Ulrike Meinhof in Stammheim
Einen schönen Abend noch!
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